română           english            français            español           magyar 

 

Die Geschichte des Falkenhayner Turmes

 

mon3 

Der Turm wurde 1882 von dem Siebenbürgischen Karpatenverein errichtet, und von diesem Verein für Freizeit und Vergnügung bis vor dem Ersten Weltkrieg verwendet. Mit den Kriegsvorbereitungen erhielt der Turm eine bedeutende strategische Rolle, indem er überwiegend von dem österreichisch – ungarischen Heer besetzt wurde.

Diese wichtige strategisch-militärische Bedeutung verdankt der Turm seiner Position hoch oben auf dem Berg, die eine beste Übersicht über die gesamte Gegend um Hermannstadt um erbietet.  Ab Beginn September 1916, während der Schlacht um Hermannstadt, war der Turm abwechselnd von der rumänischen und von der deutschen und der österreichisch-ungarischen Armee besetzt und verwendet. 

In der Nacht vom 2./15. – 3./16. September wurde eine schwere Schlacht auf dem Dreieck Hammersdorf (rum. Gușterița) –  Harbachsdorf (rum.Cornățel) – Kastenholz (rum. Cașolț), kontrolliert vom rumänischen 42. Regiment der Landestruppen, geführt. Infolge eines gewaltigen Bombenangriffs der deutschen Artillerie, unterstützt von ihren scharfen Scheinwerfern, gelang es den Deutschen, zeitweilig den Bucatei Hügel über Kastenholz zu erobern. Nach einer bei Bajonetten gekämpften Gegenoffensive des Trupps des rumänischen 42. Regiments, konnten die Angreifer bis zu den Grenzen des Dorfes Rothburg (Roșia) zurückgestoßen werden. Beide Seiten büßten mit einem teuren Preis: 2 Offiziere und 72 Soldaten des rumänischen 42. Regiments, sowie auch  5 deutsche Offiziere und 150 Soldaten   kamen ums Leben.

Das rumänische 48. Regiment Landestruppen übernahm einen Teil der vom 42. Regiment verteidigten Front und führte die Schlacht weiter. Der Angriff der rumänischen Truppen bei Sonnenaufgang des 9. September 1916 war besonders heftig; dabei kam es dazu, dass das 48. Regiment, mit einer ursprünglichen Besatzung von 68 Offizieren und 3600 Soldaten, beim Abendappell lediglich 15 Offiziere und rund 800 Soldaten zählen durfte. Die weiteren über 2853 Soldaten und Offiziere vergossen ihr Blut für die Verteidigung der Tage vorher eroberten Positionen.

Gegen Abend des 9./22. September, besetzten die rumänischen Truppen die Ortschaften Schellenberg (Șelimbăr), Baumgarten (Bungard), Kastenholz (Cașolț), Rothberg (Roșia), Hammersdorf (Gușterița), Johannisberg (Nucet),  Harbachsdorf (Cornățel), somit den kontrollierten Umfang um Hermannstadt erweiternd, wobei die Anhaltspunkte auf den Höhen zwischen den Tälern des Harbachs und des Alts, und entlang der Straße und der Schmaleisenbahnspur Hermannstadt – Schässburg belegt wurden. Die rumänische Besetzung des Hammersdorfer Bergs blieb bestehen bis zum Beginn der Schlacht für Hermannstadt.

Am Morgen des 13./26. September, waren die Vorbereitungen zum Beginn des Angriffs des vom General Falkenhayn kommandierten Heeres beendet. Nach einer heftigen deutschen Artillerie – Kanonade, stürmten die Truppen des 39. Deutschen Korps den Angriff gegen den ganzen von Rumänen besetzten Abschnitt. Die dominierende Position auf dem Hammersdorfer Berg wurde von den Truppen der österreichisch – ungarischen Thyl Brigade, unterstützt von dem Deutschen Hessischen Regiment der 76. Abteilung, angefochten. Es kam erneut zum Bajonetten-kampf eines Bataillons des rumänischen 42. Regiments der Landestruppen, der sich zum Ende gezwungen sah, die Position zu verlassen. Am Ende des ersten Tages der Schlacht für Hermannstadt, war der Hammmersdorfer Berg von den Truppen des Generals Falkenhayn erobert. Seit diesem Moment, bis zum Ende des Ersten Weltkriegs, blieb der Turm auf dem Hammersdorfer Berg unter Kontrolle der deutschen und der österreichisch – ungarischen Armeen.

Nach Ende des Großen Kriegs,  erstellte der 1918 von Auguste Schnell in Hermannstadt gegründete Sächsische Verein für die Pflege der Kriegsgräber aus Siebenbürgen am Fuße des Turms einen Friedhof der 1916 in der Schlacht für Hermannstadt Gefallenen. Weiterhin wurde der zwischen 1919 – 1920 gegründete Friedhof von dem sächsischen Verein gepflegt bis in die Jahre 1942 – 1943, wo diese Pflege aufhörte. 

 mon2